Der Bully in der
Schweiz
von Max Regli
Sehr früh schon begann in der Schweiz die Zucht der
Französischen Bulldogge. Als 1912 der internationale Standard der
Rasse diskutiert wurde, konnte die Schweiz bereits mitreden. Durch die
Isolierung des Landes im Ersten Weltkrieg, ging die Zucht zurück.
Die Züchter hatten mit grossen Problemen zu kämpfen, schon
nur um ihre Zuchtlinien am Leben zu erhalten, aber nach dem Krieg
gelang es ihnen dank ihrer starken Währung, diesen Rückschlag
wettzumachen. Während andere Länder unter der Inflation
litten, konnten die Schweizer Züchter die besten Zuchthunde im
Ausland erwerben.
Caprice und Marteau von F. Fevre, Frankreich
(aus L'Acclimatation, ca. 1900)
Der Schweizer Bulldog-Klub kümmert sich seit 1909 um die
Französischen Bulldoggen. 1924 wurde der Schweizerische Klub
für Französische Bulldoggen gegründet. Bis 1924 wurden
nur 79 Hunde dieser Rasse im Schweizerischen Hundestammbuch
registriert, aber dank der Aktivitäten dieses speziellen Klubs
erhöhte sich die Zahl der Welpen. Nur während den
Kriegszeiten gab es von 1940 bis 1945 einen bedeutenden Rückgang.
Der grosse Futtermangel erschwerte die Hundezucht beträchtlich,
und in diesen Jahren waren keine Französischen Bulldoggen aus dem
Ausland zu beziehen.
Von 1924 bis 2001 wurden 3573 Französische Bulldoggen im
Schweizerischen Hundestammbuch eingetragen. Die typische Schweizer
Zucht hat immer die deutschen, österreichischen,
französischen, englischen und holländischen Blutlinien
vereint. Durch den Import und den Kontakt mit den ausländischen
Züchtern spielte die Schweizer Zucht von Französischen
Bulldoggen eine oft übersehene, aber wichtige Rolle in der
europäischen Zuchtgeschichte. Die ausgezeichneten Zuchtresultate
wurden nicht nur in der Schweiz bewundert: das Einsetzen von
schweizerischen Zuchthunden im Ausland brachte grosse Erfolge für
viele Züchter ausserhalb der Schweiz.
Mit freundlicher Erlaubnis des Autors.
03.02.2004